21. Oktober 2019 · Kommentare deaktiviert für Auf den Spuren der Geschichte in Belgien unterwegs · Kategorien: Allgemein

Den Horizont erweitern, internationale Freundschaften schließen, andere Kulturen entdecken und sich nebenbei noch an die eigene Geschichte erinnern. Geht das alles zusammen in weniger als einer Woche? Sicher. Das Friedrich-Franz-Gymnasium Parchim war, wie alle zwei Jahre, fünf Tage in Belgien. Grund für die Reise war größtenteils die Partnerschule, das Agnetencollege in Peer. Bevor die 44 Schüler des FFGs jedoch auf die belgischen Schüler trafen, sind noch so manch andere Dinge passiert. Neben der Begegnungsstätte in Lommel, in der wir untergebracht waren, liegt ein riesiger Soldatenfriedhof vom Zweiten Weltkrieg. “Arbeit für den Frieden – für ein friedliches Haus Europa” ist ein Projekt, welches uns ermöglicht hat, einen Teil der Geschichte hinter den 39.000 Gräbern zu erfahren. Damit die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät und um Respekt zu zeigen, haben wir einige der vielen Gräber gepflegt. Ein konkretes Beispiel hat uns Ursula Neumann persönlich erzählt. Ihr Vater ist im Krieg gefallen und liegt nun auf dem Soldatenfriedhof begraben. Der emotionale Abend hat uns Schülern viel bedeutet, da wir jetzt ein wenig anders auf die Geschehnisse blicken und auch für Ursula Neumann ist es wichtig, dass die Geschichte ihres Vaters nicht vergessen wird. Dort anknüpfend, sind wir am nächsten Tag in das Konzentrationslager Breendonk gefahren. Unfassbar, zu was Menschen fähig sind, ist einer der Gedanken, der uns durch die ganze Führung begleitet.

An unserem Nachmittag in Antwerpen haben wir uns die Harfenstadt mit den vielen kunstvollen Häusern angesehen und sind durch einige Geschäfte gebummelt. Natürlich durfte auch die Hauptstadt Brüssel nicht fehlen, in der wir erst das Europäische Parlament besichtigten und uns dann die Stadt angeschaut haben.

Den letzten Tag, bevor wir unsere 9 stündige Busfahrt nach Hause angetreten haben, verbrachten wir mit unserer Partnerschule. Zur Vertiefung der Partnerschaft mit der Schule und mit der Stadt Peer, sind wir in kleinen Gruppen durch Peer gezogen und haben uns mit den belgischen Schülern ausgetauscht. Alles in allem war das nochmal das Highlight der Woche. So kann man diese Reise definitiv als sehr gelungen bezeichnen und es ist auf jeden Fall ein Erlebnis, an das wir uns auch in Zukunft noch gerne erinnern werden.

Möglich gemacht wurde diese Fahrt dankenswerterweise durch die Förderung des Landkreises Ludwigslust-Parchim Fachbereich Jugend mit dem Projekt „Demokratie leben“ und dem Land MV-Ministerium für Inneres und Europa. Natürlich gilt auch ein besonderer Dank Ursula Neumann und ihrer Tochter für ihre persönliche Geschichte. Vielen Dank auch unseren Lehrern Burkhard Neels, Wilfried Lüders, Bärbel Lüdke und Ines Opitz, die uns die ganzen Tage begleitet und diese Erlebnisse mitgestaltet haben.

Autor: Jule Kühn

Die Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums vor den Kriegsgräbern in Lommel mit ihren Lehrern Burkhard Neels und Wilfried Lüders. (Bärbel Lüdke)

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