25. März 2019 · Kommentare deaktiviert für Helden auf dem Prüfstand · Kategorien: Allgemein

 Wo soll mein Lebensweg hingehen? An welchen Menschen und Werten orientiere ich mich? Wer kann mir als Vorbild dienen? Diese tiefgreifenden Fragen stellten sich jüngst die Religionsschüler der Klasse 8a des Friedrich-Franz-Gymnasiums im Rahmen ihrer Teilnahme am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2018. Gemeinsam mit Religionslehrerin Diana Schlüter-Beck, die die Teilnahme an dem größten deutschsprachigen und seit 1971 etablierten Wettbewerb zur politischen Bildung am FFG zur Tradition machte, erfolgte eine kritische Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Thematik „YouTuber – Mein Freund im Netz?“ Die Achtklässler bearbeiteten die medialen Inhalte unter den Gesichtspunkten Performance, Offenlegung versteckter Werbung, strategische „Kundenbindung“, Herstellung von Sympathie und Vertrauensgewinnung. Sie informierten sich, erklärten Zusammenhänge und lernten, bei Fotos wie Videos sehr genau hinzusehen. Dabei lernten nicht nur die Schülerinnen und Schüler einiges, auch für die Religionslehrerin war es ein spannendes Unterfangen, die Welt von Youtube, Facebook & Co. näher in den Blick zu nehmen. Wessen Beitrag gewinnt, entschied eine 45-köpfige Jury aus Fachlehrern und Vertretern der verschiedenen Kultusministerien nach der Qualität und Kreativität der Ergebnisse. Insgesamt nahmen 2552 Klassen mit mehr als 50.000 Schülerinnen und Schülern teil. Unter den prämierten Gewinner befand sich auch die Klasse 8a des FFG. Für ihren kritischen und reflektierten Beitrag erhielten sie einen Geldpreis von 100 Euro für die Klassenkasse. Die Teilnahme am Wettbewerb hat Lust auf mehr gemacht. So vertiefte Diana Schlüter-Beck die zentrale Frage, woran ich mich in meinem Leben orientiere, weiter im Unterricht. Aufbauend auf dem Wettbewerbsbeitrag widmete sich die Klasse dem Thema „Vorbilder – Stars – Idole“, um die Urteilsfähigkeit weiter zu schärfen. Schnell wurde klar, dass es abseits der schnelllebigen Welt der Hollywood Prominenz, mit dem Herausfiltern echter Vorbilder schwierig wurde, aber in Zusammenarbeit mit der Religionslehrerin konnten neue Blickwinkel eröffnet werden. Angefacht von der Ideenfindung und dem Prozess der Erarbeitung sollten die hart erarbeiteten Resultate nicht einfach so im Regal verschwinden. Eine Ausstellung der ganz anderen Art sollte andere Schülerinnen und Schüler zu neuen Vorbildern abseits von Hollywood und Instagram inspirieren – die Idee einer Kofferaustellung war geboren. Tatsächlich sprang der Funken auch auf einen Religionskurs der 9. Klassen über. Jede Schülergruppe packte „ihren Koffer“ mit Biografien, vorbildhaften Projekten und beispielhaften Verhalten von Mut, Hilfsbereitschaft oder besonderen Engagement auf interaktive Weise. Einige Ausstellungsstücke befassten sich u.a. mit Malala, Mutter Theresa, Martin L. King, Dalai Lama oder Sophie Scholl. Besonderer Wert wurde dabei auf die kritische Reflektion gelegt, um nicht vorschnell zu bewundern, zu idealisieren oder zu instrumentalisieren. Althergebrachte Deutungsmuster sollten die Schülerinnen und Schüler bewusst hinterfragen. Kinder und Jugendliche benötigen Helden, um sich zu orientieren: zur eigenen Identifikation aber auch zur Abgrenzung. Um diese Aufgabe zu bewältigen, recherchierten und diskutierten die Jugendlichen verschiedene Standpunkte und gelangten zu einem Urteil, welches sich in der Konzeption ihres „Heldenkoffer“ niederschlug. Das Gesamtergebnis der Anstrengungen der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Religionslehrerin Diana Schlüter-Beck ist nicht nur ein hervorragender Beitrag zur politischen Bildung, sondern auch eine kreative und ausdrucksstarke Ausstellung, die einem im Leben Orientierung geben kann.

Autor: Max Zawadzki

Foto: Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a präsentieren ihre „Heldenkoffer“. (Max Zawadzki)

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